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Die helle­nisti­sche Polis als Lebens­form

Herausgegeben von Martin Zimmermann.

Urbane Strukturen und bürgerliche Identität zwischen Tradition und Wandel

DFG Schwerpunktprogramm 1209, http://www.poliskultur.de/

Die Polis bildete seit archaischer Zeit die Grundlage griechischer Kultur. Lange Zeit nahm man an, das die Poleis nach der umfassenden Blüte in klassischer Zeit, seit dem 4. Jh. v.Chr. einen stetigen Bedeutungsverlust erlebt hätten. Eine Vielzahl von Forschungsansätzen haben diesen Ansatz in den letzten Jahren jedoch in Frage gestellt und konnten dabei nachweisen, das die Polis auch in der hellenistischen Zeit der zentrale Bezugspunkt der Bürger in der griechischen Welt war. Die Polis hat also selbst unter stark veränderten Rahmenbedingungen und selbst nach Verlust der Autonomie in den Königreichen als Form der Gemeinschaftsbildung nicht an Attraktivität verloren. Es ist daher für das Verständnis antiker Zivilisation von zentralem Interesse zu untersuchen, welche Anpassungsphänomene zum nachhaltigen Erfolg der Polis in dieser Zeit geführt haben.

Vor diesem Hintergrund fragt das SPP 1209 „Die hellenistische Polis als Lebensform“ nach dem gewandelten Funktionieren der Polis im Hellenismus. Die Komplexität und Vitalität der Polisgemeinschaft kann nur erfaßt werden, wenn die sozio-politischen Verhältnisse mit den urbanen Veränderungen gemeinsam in den Blick genommen und als voneinander abhängige Größen verstanden werden. Wie sich soziale Strukturen und Verhaltensweisen sowie kulturelle Vorstellungen und Wahrnehmungen veränderten, welchen Reflex dies in der Gestaltung politischer und sakraler Räume hinterließ und wie diese wiederum auf das soziokulturelle Gefüge zurückwirkten, wird in seiner Komplexität an unterschiedlichen Beispielen erfasst, welche die Möglichkeit bieten, die gegenseitige Abhängigkeit der Faktoren grundlegend neu und damit exemplarisch für weitere Untersuchungen zu verstehen.

Die skizzierten Fragen sind nur durch eine enge Verzahnung von vorhandenen Forschungseinrichtungen zu bearbeiten. Deshalb werden durch dieses Programm archäologische Projekte mit einer vergleichbaren Zielsetzung miteinander und mit historischer Forschung auf eine neuartige Weise vernetzt. Epigraphische Studien zu speziellen Inschriftengruppen und Themen, Grabungen, Bauforschungen an einzelnen Monumenten, Umlandsurveys und archäologische Feldforschungen in Unterzentren, numismatische Studien oder auch rechtswissenschaftliche Forschungen werden zusammengeführt. Mittels einer Verbindung unterschiedlicher archäologischer wie historischer Methoden durch Netzwerke beteiligter Wissenschaftler ist die Einbeziehung möglichst vielfältiger Perspektiven zu gewährleisten, da nur auf diese Weise die Dynamik und Vielschichtigkeit in der Entwicklung der hellenistischen Polis in allen Facetten zu erfassen sind.






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Letzte Änderung:
2014-10-06 14:13

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